Wie kamen die Neckarweihinger zu dem Necknamen „Kiesranzen“.

Herzog Eberhard Ludwig (1676-1733) wollte sich, um auch seine Macht zu zeigen, ein Schloss mit einem weitläufigen Garten bauen. Anregungen dazu, holte er sich auf seinen Reisen. Sein Schloss sollte, wie die Residenzschlösser der Markgrafen von Baden-Baden und Baden-Durchlach in Karlsruhe und Rastatt nach dem Vorbild von Versailles erbaut werden. Vor allem sollte die Anlage mit seinem Namen verbunden sein und Ludwigsburg heißen. 1699 gab er den Befehl, das im Spanischen Erbfolgekrieg zerstörte Jagdhaus Erlachhof durch einen Neubau zu ersetzen. Im Jahre 1704 war die Grundsteinlegung.

 

 

Findige Neckarweihinger Bürger überlegten, wer ein Schloss baut benötigt Baumaterial und Kies. Und Kies hatten die Neckarweihinger direkt vor der Türe, am Neckar. Damit begann der Handel mit Kies. Und die Neckarweihinger verdienten nicht schlecht. Man sah im Dorf wer mit Ludwigsburg Handel trieb, denn diesen Bürgern ging es besonders gut.

Nicht nur an der Kleidung konnte man den Reichtum erkennen, sondern auch am Körper. Ihnen wuchs der Ranzen (Bauch) vom guten Essen und Trinken. In den umliegenden Dörfern wurde, wenn es um Neckarweihingen ging, nur noch von d´Kiesranzen gesprochen und der Neckname von Neckarweihingen war geboren “d´Kiesranza“.

Die Firma Leopold stiftete im Jahr 1993 den Neckarweihinger Bürgern den „Kiesranzen-Brunnen“, der am südlichen Ortseingang, der historischen Ortsmitte von Neckarweihingen bei der Laurentiuskirche, steht.
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