Besuch des MIK (Museum, Information, Kunst) am 6. März 2014 mit anschließender Sitzung der Arbeitsgruppe „Ortsgeschichtliches Museum“ im Cafe Zichorie.

Endlich hat es geklappt: der Bürgerverein wurde zu einer exklusiven Führung durch das MIK mit der Leiterin des Museums, Dr. Alke Hollwedel, eingeladen. Und es kamen viele interessierte Bürger aus Neckarweihingen.

Frau Dr. Hollwedel hieß uns alle herzlich willkommen und eröffnete die Führung mit ein paar Informationen zum Gebäude.

 

Frau Dr. Hollwedel begrüßt die Bürger aus Neckarweihingen.   Aufmerksam hörten die Teilnehmer zu.
     
Das Museumsgebäude Ecke Wilhelm und Eberhardstraße  

Nach fast drei Jahren Bauzeit wurde das MIK am 12. Mai 2013 feierlich eröffnet. Im Gebäude in der Eberhardstraße 1 sind auch die Tourist Information und der Ticket Service sowie der Kunstverein Kreis Ludwigsburg e.V. untergebracht. Nicht zu vergessen das Cafe Zichorie zum Verweilen und Entspannen.


Das Museumsgebäude selbst sei schon ein Exponat, so Dr. Hollwedel. Der Barockbau stammt aus dem Jahr 1731 und gehört mit zu den ältesten Gebäuden im Ludwigsburger Stadtkern. Ursprünglich war es der Sitz des Landvogts, dann bezog es der Oberamtmann, bis das Gebäude schließlich als Post- und Zollamt diente. Zuletzt, und über Jahrzehnte hinweg nutzte die Kriminalpolizei das Gebäude. Die vielen baulichen Veränderungen hinterließen am Gebäude Spuren, die beim Umbau wieder ans Licht kamen. Alt und Neu sind sehr gut erkennbar. Neue Teile im Gebäude sind geweißelt, alte, denkmalgeschützte Teile, nur ganz leicht übertüncht.

Herzog Carl Eugen


  Beim Eintreten in das Gebäude begrüßt der gusseiserne Herzog Karl-Eugen die Besucher des Museums. Es fällt auch sofort eine Kirchturmspitze aus Holz auf, die Platz über drei Stockwerke beansprucht. Es handelt sich dabei um die Turmspitze der Wolfgangkirche von Hoheneck. An einer Wand im Eingangsbereich werden Exponate präsentiert, die für Ludwigsburg stehen, z.B. das Wirtshausschild „Stern“ aus dem 19./20. Jh.

Kirchturm der Wolfgangskirche aus Hoheneck
  Wirtshausschild „Stern“ aus dem 19./20. Jh

 
Dr. Hollwedel führte uns danach in den ersten Stock, wo sich die Dauerausstellung „Planstadt Ludwigsburg“ befindet. In sechs unterschiedlich gestalteten Themenräumen wird die 300-jährige Stadtgeschichte Ludwigsburgs hervorragend und abwechslungsreich dargestellt. Dr. Hollwedel erklärte das Prinzip der Ausstellung: wenig Text, dafür viele Bilder, Grafiken und Gegenstände. Wer mehr wissen möchte, für den liegen Faltblättchen und iPads parat. Ein besonderes Bonbon: Die Infos gibt es auch auf Englisch und Französisch
.

 

Die Planstadt  

 

Auch der Papagei aus dem Blühenden
Barock
ist jetzt hier zu finden.
 

Papagei aus dem Blühenden Barock

 

Guter Fürst

 

 

Motto des ersten Raumes „Guter Fürst“. Er befasst sich mit der Residenz Ludwigsburg, Grundsteinlegung, Bau und Baumeistern, sowie mit Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg.

Idealstadt

 

Im zweiten Raum geht es um den Plan von Herzog Eberhard Ludwig für die Gründung einer Idealstadt.

 


Auch die Kunst kam in Ludwigsburg nicht zu kurz. Die beiden Herzöge Eberhard Ludwig und Carl Eugen beschäftigten herausragende Künstler. Besonders Carl Eugen machte Ludwigsburg mit dem Bau des seinerzeit größten Opernhauses in Europa, der ersten öffentlichen Bibliothek Württembergs und der Akademie der Künste weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Und nicht zu vergessen: Die Stadt Ludwigsburg war als Geburts- und Wohnort bedeutender Künstler wie Christian Friedrich Daniel Schubart, Friedrich Schiller, Justinus Kerner, Eduard Mörike, David Friedrich Strauß und Friedrich Theodor Vischer bekannt. Dies wird im dritten Raum „Musensitz“ gezeigt.

 

Schreibtisch von Friedrich Theodor Vischer.   Aufmerksame Zuhörerinnen
Schreibtisch von Friedrich Theodor Vischer   Aufmerksame Zuhörerinnen


Im vierten Raum „Neuerfindungen“ erzählte uns Frau Dr. Hollwedel mit einem kleinen Augenzwinkern Anekdoten über Erfindungen in Ludwigsburg, z.B. dass die Entdeckung der Geheimnisse des Porzellanherstellung, des „Weißen Goldes“, etwas mit der Stadt zu tun hat oder dass die Herstellung des bekannten Medikamentes „Viagra“ auf den Ludwigsburger Pfizer, heute ein großer us-amerikanischer Pharmakonzern, zurückgeht.

 

Weiter ging es in den fünften Raum „Soldatenstadt“.
Über zweieinhalb Jahrhunderte, von 1737 bis 1994, war Ludwigsburg Garnisonsstadt. Soldaten machten zeitweise mehr als ein Drittel der Bevölkerung aus und waren in der Stadt allgegenwärtig. Die groß angelegte Architektur der Kasernenbauten prägte das Stadtbild und fast alle Ludwigsburger standen privat oder geschäftlich mit dem Militär in Verbindung.

 

Frau Dr. Inge Dillenburger

 

Im sechsten und letzten Raum werden Fotos von Ludwigsburger Bürgern gezeigt, die die „Bürgerstadt“ darstellen sollen.

Frau Dr. Inge Dillenburger    

 

Vollgepackt mit vielen Informationen ging es ins Cafe Zichorie, wo sich Roland Schmierer, der Vorsitzende des Bürgervereins, mit einer Flasche Dornfelder Wein und dem Büchlein „Zierrat“  bei Frau Dr. Hollwedel für die sehr informative und auch humorvolle Führung bedankte.

 

 

 

Resümee unseres Besuches: ein zweiter, dritter Besuch des MIK lohnt sich immer.